Anastasia Voloshina
Die mediale Ausgrabung
Betreut von Liz Haas
Tief unter der Erde liegt eine 290 Millionen Jahre alte Welt. Mehr als vierzig Menschen aus Wissenschaft und Wissenschaftskom-munikation legen sie frei – Schicht für Schicht, über Jahre hinweg. Die Arbeit entfaltet sich als fortlaufender Prozess: Werkzeuge, Daten und Handgriffe greifen ineinander, Abläufe werden abge-stimmt. Am Rand der Grabung entstehen Gespräche, Einord-nungen, nächste Schritte. Gedanken werden geteilt, verworfen, weitergeführt und fließen zurück in die Praxis. Die Grabung erscheint nicht als abgeschlossene Erzählung, sondern als gegenwärtiger Zustand, in dem sich Bedeutung erst formt. Die Besucher:innen treten genau in diesen Moment ein. Lebens-groß stehen die Beteiligten nebeneinander, mitten im Tun, ohne Anfang, ohne Abschluss. Eine Arbeitswelt, die sich sonst erst im fertigen Ergebnis zeigt, wird so unmittelbar zugänglich. Die mediale Ausgrabung ist eine immersive Arbeit über Forschen als Prozess.
Anastasia Voloshina, Die mediale Ausgrabung, 2026